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1. Forum zu christlicher Spiritualität und Focusing

Mit der Initiative HaMakom wünschen wir uns einen Raum für Dialog und Austausch über christliche Spiritualität und Focusing. Beim ersten Forum der Initiative im November 2017 öffneten wir diesen Raum, um mit Interessierten in Kontakt zu treten. An einem Samstag trafen sich 17 Neugierige und wir teilten in kurzen Einheiten unsere Ideen zur Verbindung von Spiritualität und Focusing.

Hier ein Erfahrungsbericht zu dem Tag von Christiane Henkel:

Ein heller Raum, in der Mitte ein bunter Herbstblumenstrauß um den sich 17 Stühle gruppieren – erwartungsvolle Stimmung bei den ersten Teilnehmenden, die an diesem Morgen in der St. Martinsgemeinde in Hannover-Linden zum ersten Forum HaMakom eintreffen. Was wird wohl an diesem Tag passieren? Was verbirgt sich hinter HaMakom? Auf wen werde ich hier treffen?

Vorbereitet wurde dieser Tag von einem kleinen Team, um der Verbindung von Focusing und christlicher Spiritualität nachzugehen, gemeinsam auszuloten, was darin steckt und um die Ideen weiter in die Welt zu tragen. Das Forum ist eine Einladung an weitere Interessierte, sich dem Thema anzunähern, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln.

Die meisten Teilnehmenden, die der Einladung gefolgt sind, bringen bereits Erfahrung in Focusing mit und leben ihre eigene Spiritualität. Viele motiviert das Interesse und die Neugier an der Verbindung von Focusing und Spiritualität, sie suchen nach einer Vertiefung ihres Glaubens, möchten „näher ran“ an diese Verbindung und sind offen dafür, sich mit Menschen auszutauschen, die das gleiche Anliegen haben.

Peter Lincoln fasst kurz die Entstehung und das Anliegen der Initiative HaMakom zusammen. Er gibt Einblick in die Bedeutung dieses Namens, den die Initiative sich gegeben hat: HaMakom bezeichnet in der hebräischen Bibel einen Ort, an dem Gott wohnt. Die Gottesbezeichnung HaMakom steht für einen Raum oder Ort, der Sicherheit bietet. Gott schafft Raum zum Sein, bietet Zuflucht und Schutz. In diesem Raum, der als Ort spiritueller Erfahrung im Innern des Menschen selbst liegt, kann eine Gottesbegegnung stattfinden. Focusing eröffnet einen Weg zu diesem Raum.

Dieser Tag heute dient dem praktischen Ausprobieren von Zugängen in der Verbindung von Focusing und Spiritualität und einem Austausch über eigene Erfahrungen und Ideen dazu. In einem Gruppenfocusing am Anfang nehmen wir Kontakt zu unseren eigenen Empfindungen an diesem Tag und zu dem Thema auf.

Mit den ersten beiden Workshops sind wir schon mittendrin im Thema: Focusing und Beten sowie Focusing und geistliche Begleitung, das ist eine Form von Einzelseelsorge, in der es um die Gottesbegegnung und -beziehung geht. Martin Häusler tauscht sich mit den Teilnehmenden über die eigene Gebetspraxis aus, schließlich probieren sie gemeinsam das Herzensgebet mit Focusing und erleben überrascht, dass daraus (laute) Gebete entstehen.

Andreas Rosenwink lässt seine Gruppe eine Erfahrung mit einer Bildbetrachtung machen und leitet in ein Modell der „Geistlichen Begleitung in einer Gruppe“. Die Gruppenteilnehmer stellen einem einzelnen aus einer kontemplativen Haltung eine Frage, die der Person hilft, die Gebetserfahrung mit Gott „auszuschöpfen“.

In einem dritten praktischen Teil lässt Christiane Henkel in einem Bibliolog den Bibeltext aus Matth. 26,6-13 lebendig werden. Die Teilnehmenden geben Simon dem Aussätzigen, der Frau mit dem Salböl und den Jüngern ihre Stimme. In einem vertiefenden Prozess der körperlichen Einstimmung nehmen alle Kontakt mit dem Text und der inneren Resonanz dazu auf. Der Text rückt dabei ganz nah ins eigene Erleben, wie die Äußerung eines Teilnehmers zu einer persönlichen Erinnerung zeigt.

Angereichert mit diesen praktischen Erfahrungen finden an Cafétischen in einem „World-Café“ intensive und anregende Gespräche statt, in denen sogar auf die Tischdecke geschrieben und gekritzelt werden darf. Es beginnen schnell spannende Diskussionen zu vier verschiedenen Themenb

HaMakom-Forum am 4. Nov. 2017
(c) CHenkel

ereichen:

  • Einsatz von Focusing in der Seelsorge und in der geistlichen Begleitung
  • Weiter- und Neuentwicklung von focusingorientierten Ansätzen beim Bibelstudium und Bibelerleben in Gruppen, bei der Predigtvorbereitung und im Gottesdienst
  • Anwendung von Focusing in der Theologie und im interreligiösen Dialog
  • Praxis von Focusing im Kontext der sozialen Verantwortung

Ein reicher Tag! Am Ende sammeln wir die Früchte ein und sind ganz beschenkt, inspiriert, neu entfacht für Focusing und welchen Zugang es zur Spiritualität ermöglicht. Es entstehen einige Ideen für den weiteren Austausch und Vernetzungsmöglichkeiten. In der Abschlussrunde ist öfter „Mehr davon“ zu hören, denn wenn Focusing allein schon so beglückend ist, dann wird es durch die Verbindung mit Spiritualität vollständig rund!

Am Ende stehen wir in einem großen Kreis, empfangen den Segen Gottes und sind berührt voneinander und dem Geschenk, das wir heute erhalten haben.

 

Das nächste Forum findet am 10. November 2018 in Hannover statt.

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