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Focusing, Sex & Spiritualität

Drei Begriffe – zunächst einmal nicht mehr. Doch warum stelle ich sie nebeneinander? Was haben sie gemeinsam? Was fällt dir ein, wenn du sie zusammendenkst?

Dass Focusing und Spiritualität viele Berührungspunkte haben und sich gut als Teil einer Übungspraxis verbinden lassen, erscheint vermutlich vielen, die diese Gedanken auf der HaMakom-Seite lesen, plausibel. Aber Sex? Was hat Sexualität mit Focusing und Spiritualität zu tun?

Sexualität ist in unserer Gesellschaft sehr präsent. Zugleich wird über sie oft nur im privaten Umfeld ernsthaft gesprochen. Wenn Sex in der Kirche zur Sprache kommt, geht es meist um sexuellen Missbrauch – ein wichtiges Thema, über das es uns dennoch schwerfällt, offen und klar zu sprechen.

Über die schönen, lustvollen Seiten von Sexualität und Erotik hören wir dagegen selten. In den 25 Jahren, in denen ich predige, habe ich jedenfalls noch nie ausdrücklich über das Thema Sexualität gepredigt. Und in den von meiner Kirche vorgeschlagenen Predigtreihen sind mir Texte, wie die aus dem Hohelied Salomos bislang nicht begegnet.

„Wie schön und anmutig bist du, du Liebe voller Wonne!
Dein Wuchs gleicht einer Palme, deine Brüste den Trauben.“
(Hohelied Salomos 7,7–8)

Wenn ich Focusing, Sexualität und Spiritualität zusammendenke, entdecke ich erstaunlich viele Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte. Es geht um innere Bilder und körperliches Spüren, um echte Begegnung – mit sich selbst, mit einem anderen Menschen und mit Gott. Und es geht ums Loslassen und darum, ganz gegenwärtig zu sein: in einem Zustand, den Mystiker*innen als „pure Präsenz“ oder „aufmerksames Gewahren“ beschreiben.

Am Ende bleibt für mich die Frage: Wie können wir sprachfähiger werden – über Focusing, Sexualität und Spiritualität und über das, was sie miteinander verbindet? Vielleicht ist das auch eine Frage für dich.

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