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Leben und Atmen lassen

In Ihrem Buch „Die Kunst des Annehmens“ schreibt Ann Weiser Cornell über einen Focusingprozess, der„… beruht auf einer grundlegenden Philosophie, nämlich der, dass jeder Teil oder Aspekt des Selbst einen guten Grund hat, so zu sein, wie er ist, und dass er, wenn er sich in seinen Gefühlen und Absichten verstanden und anerkannt fühlt, frei ist, sich zu verändern. Ich habe der Inspiration von Eugene Gendlin mehr zu verdanken als ich je ausdrücken kann.“

Und Sie zitiert dazu Gene Gendlin:

„Was von uns abgespalten ist und nicht gefühlt wird, bleibt unverändert. Wenn es in Ihnen etwas Schlechtes, Krankes, Ungesundes gibt, lassen Sie es in Ihrem Inneren leben und atmen. Nur so kann es sich entwickeln und die Form annehmen, die es benötigt.“

Eugene Gendlin spricht an, dass es vorkommt, dass etwas Schmerzhaftes, Belastendes, Krankes, Ungesundes abgespalten im Inneren ist und Veränderung blockiert. Und im selben Satz klingt schon die mögliche Wende zu Lebendigkeit, Weite und Luft zum Atmen an. Was bemerkt und angesehen wird, weiß was es braucht und kennt schon den nächsten Schritt. Das ist so formuliert, dass es mein Inneres ganz direkt anspricht und berührt.

Nicht nur im eigenen Inneren führt das zu mehr Leben und freiem Atmen. Es wirkt sich auch aus in Begegnungen und Beziehungen und das Miteinander-Aushalten. Der Horizont wird weiter für Andere.

Im Christentum ist es sogar der zentrale Auftrag an uns Menschen: Gott zu lieben, die Nächsten zu lieben wie sich selbst auch zu lieben.

Focusing ist Friedensarbeit und Lebenslust.

Quellen:
(Ann Weiser Cornell in Zusammenarbeit mit Barbara McGavin: „DIE KUNST des Annehmens – Leben und Arbeiten mit Focusing“, Books on Demand GmbH, Norderstedt, Deutschland,Seite 110)
(Gendlin, Eugene: Dein Körper – Dein Traumdeuter, Otto Müller Verlag, Salzburg 1998)

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