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Lobe den Herrn, meine Kehle! Halleluja!

Im Hebräischen des Alten Testaments werden mit dem Wort näfäsch die Kehle und die Seele in einem benannt. Gott haucht dem Menschen über die Kehle Atem ein, so wird er lebendig(Gen 2,7). So nah beginnt diese Beziehung. Und so nah und bedürftig bleibt der Mensch in der Beziehung auf Gott angewiesen. Die Kehle ist der Ort, wo sich alle Bedürftigkeit des Körpers und der Seele nach Lebendigkeit, Hunger und Durst, ausdrückt.

Alle sollen JHWH danken für seine Freundlichkeit,

für JHWHs wunderbares Tun an den Menschen,

weil JHWH die ausgetrocknete näfäsch gesättigt

und die hungrige näfäsch mit Gutem gefüllt hat.   (Ps 107,8f.)[1]

Mit der Kehle-Seele wird auch der Freude Ausdruck gegeben. Freudenjubel, ein hohes durchdringendes Trällern oder Jodeln, wird hebräisch hallel genannt. „Die Aufforderung zu johlen heißt hallelu, und wenn für den Gott JHWH gejodelt werden soll, ruft man hallelu-ja.[2]

Kehle und Seele lassen sich in diesem hebräischen Menschenbild gar nicht trennen.

Eine kleine Übung zum „Nach-innen-hören“ über die Kehle-Seele ist das Tönen[3]:

  • Stehen, den Boden unter den Füßen spüren
  • Aufgerichtet sein, die Kopfkrone dem Himmel zugewandt
  • Dem Atem folgen, dem Einatmen und Ausatmen, den Atempausen
  • Mit einem leichten, weichen Summen die Resonanzräume zum Schwingen bringen, die Innenräume, den Außenraum
  • Das Summen zu einem U werden lassen (mit dem Ausatmen den Vokal ohne Anstrengung klingen lassen)
  • Nach einer Weile aus dem U ein O
  • Und nach einer weiteren Weile ein A werden lassen
  • Still werden
  • Nachspüren

Wo im Körper waren die Töne spürbar?

Wie bin ich gestimmt?

Ist da Bewegung, eine körperliche Resonanz?

 

Regina Gerlach-Feilen

[1] Silvia Schroer/Thomas Staubli: Die Körpersymbolik der Bibel, Gütersloher Verlag, 2 Aufl. 2005, Seite 45
[2] ebenda
[3] Spirituelles Körperlernen nach Ellen Kubitza

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